ÜBER DIE

MAßNAHME

Die PfalzTram erweitert das Ludwigshafener Stadtbahnnetz in mehrere Richtungen und schafft auf rund 25 Kilometern neue Verbindungen in der Vorderpfalz. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr gezielt auszubauen und die Erreichbarkeit im Alltag spürbar zu verbessern.

Grundlage hierfür sind Untersuchungen, die seit 2018 durchgeführt wurden. Eine erste indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung nach dem bundesweit einheitlichen Verfahren der Standardisierten Bewertung zeigt für die betrachteten Korridore ein klar positives Ergebnis: Der Nutzen des Projekts übersteigt die Kosten deutlich – eine zentrale Voraussetzung für die Förderfähigkeit und die weitere Planung.

Netzausbau und Angebot

Geplant sind neue Streckenäste in Richtung Ludwigshafen-Pfingstweide, Waldsee und Dannstadt-Schauernheim:

  • Nord-Süd-Achse: Von der Pfingstweide und Edigheim über Oppau und die Innenstadt bis Rheingönheim und weiter über Neuhofen nach Waldsee
  • Ost-West-Achse: Von der Innenstadt über die Gartenstadt und Maudach nach Mutterstadt und weiter bis Dannstadt-Schauernheim
Karte mit geplantem Streckennetz

Der Betrieb ist auf eine hohe Nachfrage ausgelegt. Auf allen neuen Streckenabschnitten innerhalb von Ludwigshafen wird ein 10-Minuten-Takt angeboten. Für die Neubauabschnitte im Rhein-Pfalz-Kreis ist ein 20-Minuten-Takt vorgehen. Verbindungen in und aus Richtung Waldsee verkehren innerhalb von Ludwigshafen abschnittsweise als Expressfahrten und verstärken so das innerstädtische Bestandsangebot durch zusätzliche schnelle Verbindungen.  

Die Wirkung ist deutlich: Täglich könnten mehrere tausend zusätzliche Personenfahrten im öffentlichen Nahverkehr entstehen. Zugleich werden die Straßen um mehrere tausend Autofahrten entlastet.

Straßenbahn auf Schienen

Planung und Rahmenbedingungen

Das Projekt befindet sich derzeit in einem frühen Planungsstadium. Viele konkrete Fragen – etwa zu Streckenverläufen oder Haltestellen – werden aktuell fachlich geprüft.

Die Planung erfolgt schrittweise und bezieht unterschiedliche Anforderungen ein: verkehrliche Wirkung, technische Machbarkeit, Umweltaspekte, Kosten sowie die Einbindung in bestehende Ortsstrukturen.

Ein zentrales Element ist die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung. Über verschiedene Beteiligungsangebote, wie beispielsweise Veranstaltungen vor Ort, eine Online-Beteiligung, ein Forum bestehend aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern sowie lokalen Akteuren werden die Belange in den Planungsprozess integriert. Erst auf dieser Basis können fundierte Entscheidungen vorbereitet werden. Mit zunehmender Planungstiefe werden die Inhalte konkreter und bilden die Grundlage für die weitere Beteiligung der Öffentlichkeit und politische Beratung. Bereits heute haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger eingebracht – mit mehreren hundert Hinweisen und Anregungen aus Veranstaltungen und Online-Formaten.

Zeitstrahl von 2018 (Machbarkeitsstudie) über 2026 (Beginn der Bürgerbeteiligung) bis zur Bauphase, die ca. 3-4 Jahre dauern wird.

Nutzen-Kosten-Untersuchung und Förderung

Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass die PfalzTram erhebliche Vorteile für die Region bringt: bessere Erreichbarkeit, kürzere Reisezeiten, weniger Verkehr und geringere Emissionen (vgl. Indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung). Insgesamt könnten täglich mehrere tausend Fahrten vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr verlagert werden und der CO₂-Ausstoß langfristig deutlich sinken (vgl. Indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung).

Die Bewertung erfolgt nach dem bundesweit standardisierten Verfahren, bei dem Nutzen und Kosten systematisch gegenübergestellt werden. Das Ergebnis wird als Nutzen-Kosten-Index (NKI) ausgewiesen. Dieses bundesweit einheitliche Verfahren prüft die Wirtschaftlichkeit von ÖPNV‑Projekten, indem es untersucht, ob der Nutzen eines Projekts größer ist als seine Kosten – zum Beispiel durch Zeitersparnisse für Fahrgäste, weniger Autoverkehr, geringere Umweltbelastungen (vgl. Indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung) und mehr Verkehrssicherheit.

Der Bau der PfalzTram wird überwiegend mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. Den größten Anteil der Investitionskosten trägt der Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). In der Regel werden dabei rund 75 Prozent der Kosten gefördert. Für einzelne Abschnitte, die als Reaktivierung einer früheren Strecke gelten, kann der Förderanteil sogar bis zu 90 Prozent betragen. Die Kostenanteile, die nicht durch Förderungen gedeckt sind, würden später anteilig von den beteiligten Kommunen getragen.

Die laufende Grundlagenermittlung und Vorplanung wird vollständig aus Landesmitteln finanziert. Der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd) stellt dafür 3 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Partner

Land Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz fördert Elektrifizierungen und Reaktivierungen von Strecken im ländlichen Raum und treibt den Bau neuer Schienenverkehrsstrecken in Ballungsräumen voran. Auf Landesebene ist das Projekt Pfalztram als zentraler Baustein einer klimafreundlichen Verkehrswende anerkannt, auch was die verkehrlichen und wirtschaftlichen Vorteile angeht. Das Land begrüßt daher ausdrücklich den Einstieg in die ingenieurstechnischen Planungen für den weiteren Ausbau des Stadtbahnnetzes in der Vorderpfalz und wird auch die spätere Förderantragstellung für eine vollständige Aufnahme in die Infrastrukturförderung des Bundes unterstützen.  

Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd)


Der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd) legt gemeinsam mit dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV RLP Nord) und dem Landesministerium die Rahmenbedingungen für den öffentlichen Personennahverkehr in Rheinland-Pfalz fest und organisiert den Ausbau der Infrastruktur. Ziel ist die Entwicklung von ÖPNV-Angeboten auf der Schiene und Straße und deren Vermarktung. 

Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN)

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ist ein Zusammenschluss von Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen zur gemeinsamen und abgestimmten Durchführung des öffentlichen Personennahverkehrs. Zentrales Ziel ist die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs im Verbundgebiet durch Sicherung, Verbesserung und Ausbau des bestehenden Verkehrsnetzes und deren Mobilitätsangebote zu steigern. Die kommunalen Partner haben sich dabei im Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRV) zusammengeschlossen, um über die verkehrspolitischen Leitlinien oder die Mitfinanzierung von Infrastrukturprojekten zu entscheiden.   

Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv)

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) ist das kommunale Verkehrsunternehmen, das gemeinsam von den drei Städten Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim gegründet wurde und gleichzeitig in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen im Einsatz ist. Die rnv betreibt bereits Verkehrsachsen im Vorderpfälzischen Raum, darunter mehrere Stadtbahnlinien im Bereich Ludwigshafen sowie die Rhein-Haardtbahn (RHB) nach Bad Dürkheim als wichtige interkommunale Verkehrsverbindung. Das bewährte Know-how beim Betrieb und Streckenausbau des öffentlichen Personennahverkehr soll auch im Zusammenhang mit den jüngsten Erweiterungsplänen und in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern eingebracht werden. 

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